Nachwuchsförderung

Mit dem Jobstarter-Projekt unterstützt das Bundesbildungsministerium seit vier Jahren den Fachkräftenachwuchs. Zu den bundesweit über 280 geförderten Initiativen gehört in Brandenburg das Projekt „Lenkrad“, eine regionale Ausbildungsoffensive für junge Berufskraftfahrer.

Thomas Gurek ist auf einem guten Weg – zu seinem Traumjob: Berufskraftfahrer. „Mein Vater ist Kraftfahrer. Da weiß ich, was das bedeutet, und ich fand das immer toll“, sagt der junge Brandenburger. Nach zwei vergeblichen Ausbildungsversuchen als Koch sowie im Garten- und Landschaftsbau freut sich der nunmehr 20-Jährige, den richtigen Platz für sein künftiges Leben gefunden zu haben.

Starthilfe bekam er dabei von der RAG Bildung GmbH in Fürstenwalde/Spree. Dort war er nach dem Abbruch seiner Botanikausbildung in einer sogenannten Berufsvorbereitungsmaßnahme integriert. „Nach vier Monaten erhielt ich das Angebot, habe dann etwa 40 Bewerbungen losgeschickt und schließlich drei Zusagen erhalten“, erzählt Gurek. Seinen Lehrvertrag unterschrieb er dann bei der Karusseit GmbH im brandenburgischen Mahlow. Damit begannen für den hoffnungsvollen Nachwuchsfahrer im September 2010 gleich zwei Ausbildungen. Denn während er gegenwärtig nun Privat seinen Pkw-Führerschein erwirbt, sitzt er auf den Beifahrerplätzen der verschiedensten Karusseit-Laster und lernt so gleich praktisch den Umgang mit Kunden und Lieferpapieren. Einmal im Monat tauscht er für jeweils zwei Wochen den rechten Lkw-Platz mit den Bänken im Oberstufenzentrum Ludwigsfelde. „Es läuft alles gut und macht Spaß“, strahlt Gurek glücklich. Auch seine Chefin Anke Karusseit ist durchaus zufrieden und sieht „gute Chancen“ für das Nachwuchstalent. „Wir haben uns sehr gefreut, dass er gekommen ist. Und wir mussten ihn nicht erst motivieren“, erzählt die Prokuristin, die bereits um 2005 einen Berufskraftfahrerlehrling mit ausbildete. Doch erst nach der halbjährigen Probezeit erhält Thomas Gurek die Möglichkeit, auch den ersehnten Lkw-Führerschein zu erwerben. „Vorher macht es wenig Sinn, denn es ist wichtig für uns, dass unser Azubi erst die Gelegenheit bekommt, ausreichende Praxiserfahrungen zu erwerben. Auch im Hinblick auf die Kosten der Führerscheinausbildung ist es absolut notwendig, dass sich der Lehrling sicher ist, dass der gewählte Beruf auch genau der Richtige für ihn ist.“, argumentiert Karusseit.

Berlin-Brandenburg gehört zu Deutschlands wichtigsten Logistikregionen – mit drei leistungsstarken Güterverkehrszentren am südlichen Hauptstadtrand, Binnenwasser- und Flughäfen sowie der europäischen Ost-West-Transportachse. Hinzu kommt die Tatsache, dass mehr als 30 Prozent der Berufskraftfahrer in dieser Region über 50 Jahre alt sind. Das schreit förmlich nach Fachkräftenachwuchs. Denn allein durch die Altersstruktur ist ein Fahrermangel vorprogrammiert.

Dies alles veranlasste die RAG Bildung GmbH in Fürstenwalde/Spree gemeinsam mit dem Landesverband des Berliner und Brandenburger Verkehrsgewerbes (LBBV) aktiv zu werden. Nach knapp einjähriger Vorarbeit wurde dann das bundesweit einmalige Jobstarter-Projekt „Lenkrad“ beim zuständigen Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn erfolgreich verteidigt. Die finanziellen Mittel dafür stellte der Europäische Sozialfond bereit, sodass die spezielle Ausbildungsoffensive am 1. März 2009 starten konnte. Als Partner für das bis 29. Februar 2012 befristete Projekt gewann der private Bildungsdienstleister den LBBV. Unterstützt wird diese Initiative jedoch auch von der Fuhrgewerbe-Innung Berlin-

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